Schweinegrippe aufgebauscht?

Die Schweinegrippe - aufgebauscht von der Pharmaindustrie? Diesen Vorwurf erheben die Korruptionswächter von Transparency International - nicht zum ersten Mal.
Kritik: "Pharmaindustrie hat Schweinegrippe aufgebauscht"
Die H1N1-Grippe sei "katastrophenmäßig aufgebauscht" worden und habe
sich letztlich als "Papiertiger entpuppt", sagte Anke Martiny vom
Vorstand der Anti-Korruptions-Organisation gegenüber der
Nachrichtenagentur DAPD. Die Schweinegrippeimpfung nütze bislang "in
erster Linie der Pharmaindustrie".
Martiny kritisierte gleichzeitig die Ständige Impfkommission (StiKo). Die meisten Mitglieder der Kommission, die für Deutschland die offiziellen Impfempfehlungen ausspricht, hätten Verbindungen zur Pharmaindustrie. Deshalb hätte die StiKo nachweisen müssen, dass es im Fall der Schweinegrippe keine Interessenkonflikte gibt.
Die Vorwürfe von Transparency International sind nicht ganz neu. Bereits im Oktober hatte die Organisation "potenzielle Interessenkonflikte und intransparente Entscheidungsprozesse" bei der Impfkommission kritisiert. "Intransparenz und potenzielle Interessenkonflikte nähren den Verdacht, dass die H1N1-Grippewelle als Schweinegrippe-Pandemie von der Pharmaindustrie zur Vermarktung genutzt wird", hieß es damals.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte bis zum 22. Dezember bundesweit 209.885 Fälle von Neuer Influenza A/H1N1. Die Zahl kann allerdings nur ein Anhaltspunkt sein, da Erkrankungen mit der Schweinegrippe nicht mehr meldepflichtig sind. 132 Schweinegrippe-Kranke starben. Jörg Hacker, Präsident des RKI, schloß einen neuen Anstieg der Infiziertenzahlen in den nächsten Monaten allerdings nicht aus. Es sei "möglich, dass die Fallzahlen zum Ende des Winters oder im frühen Frühjahr wieder steigen werden", erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte davor, die Schweinegrippe schon als besiegt anzusehen. Zwar sei in vielen Ländern der Höhepunkt der Kranheitswelle überschritten; andere Länder steckten aber noch mitten in der Epidemie, sagte WHO-Chefin Margaret Chan der Schweizer Zeitung «Le Temps». Sie verteidigte zugleich die Maßnahmen gegen die Schweinegrippe. Die WHO hätte niemals die Pandemie ausgerufen, wenn es nicht eindeutige Hinweise in diese Richtung gegeben hätte.
Weltweit sind aktuell knapp 11.500 Schweinegrippe-Tote bekannt.
Quelle: www.augsburger-allgemeine.de


