Räuber schießt in Innenstadt

Räuber schießt in der Innenstadt auf seinen Verfolger
Dillingen Gestern, gegen 15.30 Uhr: Karin Iserhot bedient in ihrem Geschäft in der Dillinger Königsstraße ihre Kunden. Ein Mädchen sucht einen passenden BH, eine Frau eine Strumpfhose. Die Inhaberin des Dessousmoden-Geschäfts berät freundlich, lächelt. Nur, als ihre Kundinnen bezahlen wollen, meint sie, dass ihr die EC-Karte besonders an diesem Tag lieber sei, als Bargeld. Es ist gerade mal zwei Stunden her, dass Karin Iserhot von einem Unbekannten überfallen worden ist.
Gegen 13.40 Uhr betritt ein Mann mit einer schwarzen Strickmaske ihr Dessous-Fachgeschäft. Er richtet eine Waffe auf Karin Iserhot. Die denkt sich in diesem Moment nur eines: „Jetzt ist es so weit.“ Noch nie ist die Geschäftsfrau überfallen worden - doch immer wieder hat sie von solchen Straftaten gehört und gelesen. Sie hofft, dass die Waffe nicht losgeht. Der Mann sagt: „Kasse auf, Geld her, nur Scheine, keine Polizei.“ Karin Iserhot gibt ihm rund 200 Euro Wechselgeld, die in der Kasse liegen.
Die Kundin, die zu diesem Zeitpunkt im Laden war, schleicht sich währenddessen leise auf die Straße. Sie macht einen Passanten auf den Überfall aufmerksam. Und als der Täter schließlich zu Fuß flüchtet, verfolgt ihn der Mann - zunächst in die Schlossstraße, dann in die Lammstraße. Dann gibt der Mann laut Polizei einen Schuss auf den Passanten ab. Er trifft niemanden. Polizeibeamte finden später eine Patronenhülse am Randstein. Ob sie jedoch aus der Waffe des Täters stammt, muss erst noch überprüft werden. Während der Räuber flüchtet, wählt Karin Iserhot den Notruf 110. Kurze Zeit später stehen gleich mehrere Polizisten in ihrem Laden. Die Kripo ermittelt, Beamte der Bereitschaftspolizei kommen zur Unterstützung. Die Geschäftsfrau sagt: „Ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist.“ Vor allem, dass keine Kinder im Laden waren. Es war der erste Überfall - und „das reicht für die nächsten Jahre“.
Der Täter kann unerkannt flüchten. Die Polizei leitet eine Großfahndung nach ihm ein. Er wird wie folgt beschrieben: männlich, 17 bis 25 Jahre alt, auffallend schlank. Der Mann trug weiße Sportschuhe, eine dunkelgraue Jeans und eine schwarze Jacke, darunter vermutlich einen Kapuzenpulli. Nach Polizeiangaben könnte er eine weiße Plastiktüte bei sich haben. Er spricht Deutsch mit einem osteuropäischen Akzent.
Die Polizei überprüft sofort mehrere Verdächtige, so ein Beamter. Und sie bittet Zeugen, die den Flüchtigen gesehen haben oder sonst sachdienliche Angaben machen können, sich unter der Telefonnummer 09071/56-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden. Die Beamten weisen ausdrücklich auf die Gefährlichkeit des Unbekannten hin: „In jedem Fall sollte beim Vorliegen eines Verdachts die Polizei verständigt werden.“
Update: Polizei fasst Verdächtigen
Laut Pressesprecher Robert Göppel vom Polizeipräsidium Augsburg stießen die Beamten noch am Tag der Tat (Montag) auf einen 21-jährigen Dillinger, auf den die Personenbeschreibung von Statur und Teilen der Kleidung passte. Auch Geld wurde bei ihm gefunden, das allerdings noch nicht eindeutig dem Raub zugeordnet werden konnte. Der Räuber hatte rund 200 Euro erbeutet.
Mittlerweile hat die Polizei außerdem auf dem wahrscheinlichen Fluchtweg des Täters eine Waffe gefunden. Es handelt sich um eine Schreck/Gaspistole. Der Täter hatte bekanntlich auf seiner Flucht auf einen ihn verfolgenden Passanten geschossen. Wie Göppel mitteilte, lief der Zeuge in die Gaswolke und erlitt Reizungen an den Augen, weshalb er die Verfolgung abbrechen musste.
Der tatverdächtige 21-Jährige soll heute wegen Ausstellung eines Haftbefehls dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.
Latest Update: Täter gefasst
Der Verdächtige hat am Dienstag den Raubüberfall gestanden. Der Dillinger wurde am Dienstagnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dieser erließ laut Pressesprecher Robert Göppel Haftbefehl. Der Beschuldigte wurde in Untersuchungshaft genommen.
Außerdem hat die Polizei auf dem wahrscheinlichen Fluchtweg des Täters eine Waffe gefunden. Es handelt sich um eine Schreck/Gaspistole. Der Täter hatte bekanntlich auf seiner Flucht auf einen ihn verfolgenden Passanten geschossen. Wie Göppel mitteilte, lief der Zeuge in die Gaswolke und erlitt Reizungen an den Augen, weshalb er die Verfolgung abbrechen musste.Quelle: www.augsburger-allgemeine.de


