Heiße Phase für Schnäppchenjäger

Am Wochenende durften Schnäppchenjäger noch die Beine hochlegen. Gemütlich konnten sie bei einer Tasse Tee Prospekte mit Angeboten studieren. Ab dem heutigen Montag dürfte es mit der Ruhe vorbei sein: Der Winterschlussverkauf beginnt und dauert bis zum 6. Februar. Für Schnäppchenjäger beginnt die stressigste Zeit des Jahres, eine heiße Phase mitten im Winter. Sie wird gekrönt mit zahlreichen Trophäen, die in der Familie oder vor Freunden stolz gezeigt werden können. Dass so mancher gute Coup in den nächsten Wochen gelingen wird, zeigen die Nachlässe, mit denen in den Geschäften um Kundschaft geworben wird.
Kunden an Rhythmus gewöhnt
Obwohl Saisonverkäufe seit 2004 nicht mehr reguliert sind (siehe auch Info-Kasten), veranstaltet der Einzelhandel dennoch jedes Jahr einen Winter- und Sommerschlussverkauf. Bernd Brenner, Bezirksvorsitzender des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels, sagt dazu: „Der Verbraucher ist daran gewöhnt, dass es diese speziellen Wochen mit Rabatten gibt.“ Der Winterschlussverkauf werde von den Kunden sehr gerne angenommen. Etwa zwei Drittel der relevanten Betriebe in Bayern würden am Winterschlussverkauf teilnehmen. Einer davon ist das Sportgeschäft Seeßle in Gundelfingen. Geschäftsführer Jürgen Weber verspricht: „Das ganze Wintersortiment ist reduziert, obwohl die Skisaison ja mittlerweile bis Ostern geht.“ Zwischen 20 bis 75 Prozent bewegen sich dabei die möglichen Rabatte.
Bei Markenschuh Herrmann sieht Geschäftsführer Jürgen Herrmann zum einen die große Vorteile für den Kunden. Er könne sich Standardschuhe einfach auf Vorrat kaufen und somit eine Menge Geld sparen.
Die Preisnachlässe bewegen sich zwischen 30 und 70 Prozent. Zum anderen räumt Herrmann mit dem Verkauf sein Lager für die nächste Saison. „In drei bis vier Wochen kommt bereits die neue Ware.“ Doch vorher will Herrmann noch tausende Paare Schuhe an den Mann bringen.
„Drastische Abstriche“
Ähnliches hat auch Jürgen Hertle, Inhaber von Hertle Mann & Mode Lauingen, vor. Sein Weihnachtsgeschäft sei mit Winterartikeln hervorragend gelaufen. „Doch jetzt wird geräumt.“ Zwar gebe es unter dem Jahr auch Preisnachlässe, allerdings seien das Einzelaktionen. Nun müsse man die Lager leeren und sich auf das Frühjahr einstellen. Deswegen, so Hertle, habe der saisonale Wechsel eine dringende Berechtigung. Auch bei ihm ist das komplette Wintersortiment vom Rotstift betroffen. „Bei Einzelteilen kann es sehr drastische Preisnachlässe geben“, sagt Hertle. Denn Frühlingsware werde auch schon verkauft. Besonders Hochzeitsanzüge seien ganz stark nachgefragt, da die Lieferzeiten drei bis vier Monate betragen können.
Angesichts dieser Aussichten kann man Schnäppchenjägern eine frohe Jagd wünschen.
Quelle: www.augsburger-allgemeine.de


